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Lymphdrainage mit Geräten und manuelle Lymphdrainage

Lymphdrainage mit Geräten und manuelle Lymphdrainage
Lymphdrainage, Foto © Brigitte Bohnhorst-Simon - Fotolia.com

Die Lymphdrainage ist eine spezielle Massageform, die dazu dient, den Abtransport von Lymphflüssigkeit aus dem Körpergewebe zu fördern. Anders als andere Massageformen ist sie nicht dazu gedacht, die Muskulatur zu lockern und zu entspannen. In der Regel wird die Lymphdrainage als manuelle Lymphdrainage angewendet. Zwar gibt es mittlerweile elektrische Geräte, mit denen eine Lymphdrainage durchgeführt werden kann, allerdings sind diese weniger effektiv als die manuelle Methode.

Der Therapeut versucht bei der manuellen Lymphdrainage mit speziellen Massagegriffen den Abfluss der Lymphflüssigkeit zu beschleunigen, so dass sich Schwellungen und Ödeme zurückbilden können. Zur Entstauung können je nach Behandlungsbedarf neben der manuellen Lymphdrainage andere Maßnahmen wie Krankengymnastik, Bandagen oder Kosmetikprodukte eingesetzt werden.

Wenn der Rückfluss der Lymphe behindert ist, können sich Lymphstauungen in Form von Schwellungen und Ödemen bilden. Hier setzt die Lymphdrainage an. Aber wie entsteht eigentlich die Lymphe? Die Lymphe ist ein sogenanntes Zwischenglied zwischen dem Blutplasma und der Flüssigkeit im Gewebe und ist von wässriger Konsistenz. Neben dem Blutkreislauf ist das Lymphsystem mit seinen Lymphgefäßen das wichtigste Transportsystem im Körper des Menschen. Es ist verantwortlich dafür, dass Nährstoffe und Abfallprodukte transportiert werden und Krankheitserreger wie beispielsweise Bakterien oder schadhafte Zellen in den Lymphknoten entsorgt werden. Die Lymphknoten wirken also wie kleine Filter. Durch sie wird die Lymphe von schädlichen Stoffen gereinigt und die Abgabe dieser Schadstoffe in den Blutkreislauf verhindert.

Bei der Durchführung der manuellen Lymphdrainage übt der Therapeut sanften Druck in kreisenden Bewegungen aus. Damit wird der Abfluss der gestauten Lymphflüssigkeit beschleunigt, der Abtransport kann schneller erfolgen und die Ausscheidung der Stoffwechselprodukte wird gefördert. Als Anwendungsgebiete kommen neben dem erwähnten Einsatz bei Schwellungen und Ödemen auch Allergien wie Heuschnupfen in Betracht.

Eine manuelle Lymphdrainage darf nur von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Als Hilfe zu Hause, gegen die Entstehung vom Lymphstaus und Schwellungen, die beispielsweise nach einer Operation oder bei einer Schwangerschaft auftreten, können folgende Maßnahmen unterstützend wirken:

Enge Kleidung, die das Gewebe einschnürt, sollte vermieden werden, da dadurch der Lymphtransport erschwert wird. Sind Arme oder Beine von Ödemen bedroht, hilft es, diese Körperteile so oft wie möglich hochzulagern Gerade nach einer Operation sollten Arme und Beine in der Anfangsphase so wenig wie möglich belastet werden.

Wird die manuelle Lymphdrainage als Therapie vom Arzt verordnet, legt dieser fest, wie oft diese Therapiesitzungen durchgeführt werden sollen. Meist reicht eine Behandlung nicht aus und es sind mehrere Behandlungen für eine Besserung der Beschwerden notwendig. Wichtig ist es darauf zu achten, dass nur ausgebildete und zugelassene Physiotherapeuten und Masseure die manuelle Lymphdrainage anwenden.

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Lymphdrainagen können helfen u.a. bei Blutergüssen, Ödemen, Knochenbrüchen, Thrombosen, Schwellungen, die als Folge von Operationen oder Unfällen aufgetreten sind, Nachsorge bei Brustkrebsoperationen, Menstruationsbeschwerden, Heuschnupfen, Akne und Tränensäcken.

Lymphdrainage im Kampf gegen Akne und Cellulitis

Wer mit unreiner Haut zu kämpfen hat, kennt das Problem von Pickeln und Mitessern. Regelmäßige Besuche bei der Kosmetikerin und umfassende Reinigung und Pflege können helfen, die Akne in den Griff zu bekommen. Gerade in der Pubertät leiden viele Mädchen und Jungen daran. Die Talgproduktion wird angekurbelt und durch die starke Verhornung in den Follikeln kann der Talg nicht mehr richtig abfließen. So entstehen verstopfe Poren und Mitesser, die sich häufig an der Hautoberfläche als schwarze Punkte zeigen. Oftmals entzünden sich die Komedonen und es bilden sich Papeln und Pusteln. Ein Merkmal für diese Entzündungsherde ist eine verstärkte Durchblutung der Haut. Die Blutkapillaren sind nun durchlässiger für Flüssigkeiten und der Lymphabfluss wird verlangsamt oder gar unterbrochen. Somit entstehen entzündliche Ödeme. An diesem Punkt kann die manuelle Lymphdrainage ansetzen. So können die Entzündungsprodukte, Zellstoffe und Bakterien schneller wieder abtransportiert werden, die Entzündungen bilden sich zurück und das Hautbild kann sich wieder beruhigen.

Allerdings darf nicht erwartet werden, dass nach einer Behandlung die gesamte Akne komplett verschwindet. Die manuelle Lymphdrainage kann aber als begleitende Therapie eingesetzt werden und sollte regelmäßig erfolgen. Anfangs kann sie mehrmals wöchentlich angewandt werden. Das richtet sich aber je nach dem jeweiligen Hautbild und wird vom behandelnden Arzt angeordnet. Hat sich das Hautbild bereits gebessert, können die Behandlungsabstände verlängert werden.

Neben der Behandlung bei Akne wird die manuelle Lymphdrainage bei Cellulitis eingesetzt. Natürlich dürfen keine Wunder erwartet werden. Nach einer einmaligen Behandlung ist mit Sicherheit die Cellulitis noch nicht verschwunden. Wird die Lymphdrainage regelmäßig angewandt, wird sie sich aber je nach Hautbeschaffenheit verbessern.

Die Kosten für die manuelle Lymphdrainage werden in der Regel, sofern diese von einem Vertragsarzt verordnet wurde, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch andere entstauende Maßnahmen werden in diesem Rahmen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Vor Beginn der Behandlung sollte aber auf jeden Fall die Kostenübernahme mit der Krankenkasse geklärt werden.

Lymphdrainage mit Geräten und manuelle Lymphdrainage
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