Das Thema Solarium spaltet häufig die Meinungen. Die Einen befürworten
den Besuch im Sonnenstudio, die Anderen sind strikt dagegen. Bei
einem maßvollen Umgang mit der Bräune aus der Steckdose
ist sicherlich nichts gegen die Benutzung der Sonnenbank einzuwenden.
Speziell im Herbst und Winter nutzen viele ein Solarium, um sich
ihre Dosis Licht zu gönnen. Licht ist wichtig für den Menschen.
Denn gerade das natürliche Sonnenlicht mit all seinen Strahlungsanteilen
hat für den Menschen auch gesundheitsfördernde Aspekte.
Durch einen bewussten und sorgsamen Umgang mit Licht, sei es natürliches
Sonnenlicht oder Licht aus der Steckdose, können Immunsystem
und Psyche gestärkt werden. Beispielsweise wird das vom Körper
benötigte Vitamin D unter UV-Einwirkung gebildet. Eigentlich
ist der Begriff Vitamin nicht korrekt, da es sich hier um ein Hormon
handelt, das mit zahlreichen lebenswichtigen Eigenschaften aufwarten
kann. Vitamin D ist unter anderem wichtig für den Knochenstoffwechsel,
die Funktion des Nerven- und Muskelsystems und die Regulierung des
Kalzium-Spiegels im Blut.
Mittlerweile werden UV-Therapien in der Medizin bei zahlreichen Erkrankungen
eingesetzt. Ultraviolettes Licht kann zur begleitenden Therapie beispielsweise
bei Ekzemen, Psoriasis oder Neurodermitis angewandt werden. Allerdings wirken
sich die UV-Therapien in der Regel nicht nur bei den vorgenannten Erkrankungen
positiv aus, sondern können positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
oder Wechseljahrsbeschwerden haben. Auch als Begleitbehandlung bei Depressionen
haben sich UV-Therapien bewährt. Gerade in der dunkleren Jahreszeit nutzen
deshalb viele Menschen den Gang ins Sonnenstudio, um sich durch das Licht unter
den Solariumröhren ihren Gute-Laune-Kick zu holen. Wer allerdings außerhalb
der medizinischen Therapien ein Solarium besucht, sollte nie das Risiko Hautkrebs
außer Acht lassen. Seit dem 01. Juli 2008 können sich gesetzlich Versicherte
ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre auf Hautkrebs untersuchen lassen.
Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, können rechtzeitig Behandlungsmöglichkeiten
eingeleitet werden und es bestehen gute Heilungschancen. Wer sich einer Früherkennungsuntersuchung
auf Hautkrebs unterziehen möchte, sollte darauf achten, dass der Arzt berechtigt
ist, ein Hautkrebsscreening im Rahmen der Vertragsleistung durchzuführen.
Zusätzlich zu dieser Früherkennungsuntersuchung bieten spezialisierte Ärzte
im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistungen weitere Untersuchungen zur
Hautkrebsfrüherkennung an.
Bei all den positiven Eigenschaften, die das Licht auf den menschlichen Körper
hat, sollte immer eine Dosierung in Maßen eingehalten werden. Wie gefährlich
eine zu starke UV-Bestrahlung sein kann, weiß sicherlich jeder, der bereits
einmal einen Sonnenbrand hatte. Die Haut rötet sich und je nach dem Grad
der Verbrennung bildet sie Blasen. In schlimmen Fällen wird die Haut nachhaltig
geschädigt, wobei die Schädigung unter anderem von der Dauer der Bestrahlung,
der Energie des UV-Lichts und dem Eindringen des Lichts ins Gewebe abhängt.
Deshalb warnen Mediziner immer wieder vor übermäßigem Genuss
des natürlichen oder künstlichen Sonnenlichts. Weitere Informationen
zu diesem Thema finden Interessierte auf den Seiten der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische
Prävention e.V. http://www.unserehaut.de/.
Wer nicht auf einen Besuch im Solarium verzichten möchte, sollte sich auf
jeden Fall vorher informieren, inwieweit das Sonnenstudio über ausgebildetes
Fachpersonal verfügt und ob es sich bei dem Sonnenstudio um ein „Geprüftes
Sonnenstudio“ handelt. Diese Sonnenstudios wurden nach den Kriterien des
Bundesamtes für Strahlenschutz zertifiziert, wobei sie unter anderem einen
definierten Gerätestandard einhalten müssen. Darüber hinaus werden
die hygienischen Bedingungen in diesem Solarium, die fachliche Qualifikation
der Mitarbeiter sowie der Service, die Beratung und Kundeninformation durch diese
Mitarbeiter überprüft. Allerdings ist auch in solch einem zertifizierten
Sonnenstudio immer ein maßvoller Umgang mit der Sonnenbank einzuhalten.
Zum Schutz der Augen sollte immer eine Schutzbrille getragen werden. Parfüm
und Make-up werden vor dem Besuch im Solarium entfernt, da dies zu Pigmentstörungen
und Hautreizungen führen kann.
Zum Schutz der Gesundheit ist ein Sonnenbrand unbedingt zu vermeiden. Auch wenn
die Zeit unter dem Solarium sehr kurz erscheint, das qualifizierte Personal in
einem zertifizierten Sonnenstudio richtet sich bei der Beratung nach den vorliegenden
Empfehlungen, die je nach Hauttyp unterschiedlich ausfallen. Eine längere
Besonnung unter den Röhren führt nicht zu schön gebräunter
Haut, sondern schädigt das Gewebe durch zu starke und lang anhaltende Bestrahlung.
Wer also nicht auf den Besuch im Solarium verzichten möchte, sollte sich
auf jeden Fall an ein zertifiziertes Sonnenstudio wenden, in dem das Fachpersonal
informiert und berät. Selbstbedienungsstudios, die mit Münzautomaten
funktionieren, sind prinzipiell zu meiden. Wer Medikamente einnimmt oder unter
einer Hautkrankheit leidet, sollte vor der UV-Bestrahlung im Solarium unbedingt ärztlichen
Rat einholen.
Aber wie findet man nun das richtige Sonnenstudio? In welchem Solarium kann man
sich darauf verlassen, dass die Geräte geprüft und die Hygienestandards
eingehalten werden? Zertifizierte Solarien zeigen dies bereits von außen
durch einen Aufkleber. Wer demnächst in den Urlaub fährt und neben
Beauty, Wellness und Sauna auch einen Solarium-Besuch einplanen möchte,
kann sich auf dieser Seite http://www.photomed.de/Zertifizierte_Studios.zertifizierte_studio.0.html
(Photomed Bundesfachverband Solarien und Besonnung e.V.) über zertifizierte
Sonnenstudios – geordnet nach Postleitzahlen - informieren.
Zum Schluss noch einige Informationen über Sonnenbrand. Ihn sollte man durchaus
nicht auf die leichte Schulter nehmen, weder beim Bräunen in der Sonne noch
beim Sonnen unter dem Solarium. Zwar weiß jeder, dass eine gewisse Einwirkzeit
der Sonne nötig ist, um einen Sonnenbrand zu bekommen, allerdings wird diese
Zeit meist unterschätzt. Zeigt die Haut bereits Rötungen, ist die Sonnenbrandschwelle überschritten
und ein Sonnenbrand kann die Folge sein. Diese Sonnenbrandschwelle ist individuell
verschieden und hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Eine generelle Einteilung
in spezielle Hauttypen ist allerdings nicht möglich, da die Übergänge
fließend sind. Unterschieden werden die Hauttypen I bis IV, wobei Menschen
mit dem Hauttyp IV weitgehend von Sonnenbrand verschont bleibt. Weitere Infos
zum Schutz vor Sonnenbrand.
Besonders Kinder müssen ausreichend vor UV-Strahlung geschützt werden.
Ein Besuch im Solarium ist für Kinder und Jugendliche keinesfalls ratsam.
Beim Aufenthalt im Freien sollten Kinder immer besonders vor starker Sonneneinstrahlung
geschützt werden: mit entsprechender Kleidung, geeignetem Sonnenschutzmittel
und ausreichend Schatten. Aber nicht nur Kinder sollten vor einem Übermaß an
UV-Strahlung geschützt werden. Auch Erwachsene sollten sich der Risiken
bewusst sein und auf einen maßvollen Umgang mit der Sonne achten. Ständiges
ausgiebiges Bräunen fördert nicht nur Sonnenbrand, sondern kann zu
vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs führen.